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Timetravel / Zeitreise |
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Marktgemeinde Freihung |
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Walter Osterried ging in seinem Beitrag zur Festschrift 1988 des Albertus-Gymnasiums Regensburg zum Thema
Mathematisch-Naturwissenschaftliche
Betrachtungen aus Anlass
der 450- bzw. 400-Jahr-Feier des Albertus-
Magnus-Gymnasiums Regensburg
ausführlich auf dessen ehemaligen Schüler und Abiturienten Johannes Stark, seine herausragenden und wissenschaftlichen Leistungen in den ersten beiden Jahrzehnten des 20. Jahrhunderts, aber auch seine Hinwendung zum aufkommenden Nationalsozialismus und seine entsprechende Rolle in der deutschen Forschung bis zum Ausbruch des 2. Weltkrieg ein. Seine 20 Seiten umfassenden Ausführungen hierzu enden mit folgendem Absatz:
"Bei Johannes Stark lagen Höhen und Tiefen nah beieinander. Ihm gerecht zu werden, fällt auch bei ausführlicher Würdigung nicht leicht. Sollten wir ihn deshalb besser der Vergangenheit anheimfallen lassen, oder sollten wir gar nur seine Erfolge aufzeigen, damit der Glanz seines Nobelpreises auch unsere Schule etwas anstrahle?"
Rufen wir uns ins Gedächtnis, wozu Bundespräsident Richard von Weizäcker anläßlich des 40. Jahrestages des Kriegsendes gemahnt hat:
"Wir alle, ob schuldig oder nicht, ob alt oder jung, müssen die Vergangenheit annehmen. Wir alle sind von ihren Folgen betroffen und für sie in Haftung genommen. Jüngere und Ältere müssen und können sich gegenseitig helfen, zu verstehen, warum es lebenswichtig ist, die Erinnerung wachzuhalten. Es geht nicht darum, Vergangenheit zu bewältigen. Das kann man gar nicht. Sie läßt sich ja nicht nachträglich ändern oder ungeschehen machen. Wer aber vor der Vergangenheit die Augen schließt, wird blind für die Gegenwart. Wer sich der Unmenschlichkeit nicht erinnern will, der wird wieder anfällig für neue Ansteckungsgefahren...... Wenn wir uns der Verfolgung des freien Geistes während der Diktatur besinnen, werden wir die Freiheit jedes Gedankens und jeder Kritik schützen, so sehr er sich auch gegen uns selbst richten mag."
"Stellvertretend für eine große Reihe berühmter oberpfälzer Naturwissenschaftler, die in den "Acta Albertina" 1963 behandelt sind, kann der einzige oberpfälzische Nobelpreisträger wegen seiner geistigen und sittlichen Haltung als vorbildlich für die Jugend gelten."
Mit berechtigtem Stolz gedenkt die Heimatgemeinde 80 Jahre nach der Verleihung des Nobelpreises an Dr. Johannes Stark, dem aufgrund seiner aussergewöhnlichen Leistungen auf wissenschaftlichem Gebiet diese große Auszeichnung zuteil wurde. Dr. Stark war nicht nur ein bedeutender Oberpfälzer, er war weltberühmter Nobelpreisträger.
Freihung, im Januar 2000
J. Anhäupl